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Wie denke ich?

In vielen Situationen wissen wir erstaunlich genau, was eigentlich zu tun wäre. Trotzdem handeln wir nicht. Wir zögern, schieben Entscheidungen auf, zweifeln an uns selbst oder halten an Überzeugungen fest, die wir irgendwann einmal übernommen haben und inzwischen kaum noch hinterfragen.

Solche inneren Sätze können erstaunlich mächtig sein:

  • „Das kann ich nicht.“
  • „Dafür bin ich nicht gemacht.“
  • „Ich darf keinen Fehler machen.“
  • „Ich muss das alleine schaffen.“

Auf den ersten Blick wirken solche Gedanken harmlos. Gleichzeitig können sie Entscheidungen, Verhalten und manchmal ganze Lebensabschnitte beeinflussen.

Was wir über uns selbst glauben, beeinflusst wesentlich, was wir uns überhaupt erlauben zu versuchen.

Genau diese Situationen interessieren mich. Nicht ausschliesslich im Unternehmertum, sondern überall dort, wo Menschen eigentlich weiterkommen möchten und dennoch das Gefühl haben, innerlich festzustecken.

Meine Stärke liegt darin, gemeinsam mit Menschen neue Perspektiven zu entwickeln, Denkweisen zu hinterfragen und wieder mehr Klarheit, Stabilität und Handlungsfähigkeit zu schaffen.

Matthias Gally

Matthias Gally, Dipl. Wirtschaftsinformatiker UniZH

Neugier

Bereits mit etwa 15 Jahren begann ich, erste Webseiten mit HTML zu erstellen. Es war weder ein Schulprojekt noch Teil einer langfristigen Karriereplanung. Mich faszinierte schlicht die Möglichkeit, zu verstehen, wie das Internet funktioniert, und mit relativ einfachen Mitteln selbst etwas aufzubauen.

Aus dieser Neugier entstand irgendwann mein erster bezahlter Auftrag. Eine Therapeutin suchte jemanden für ihre Website und fragte meine Mutter, ob sie jemanden kenne. Meine Mutter fragte mich.

Was damals wie ein kleines Projekt erschien, war rückblickend der Beginn meines unternehmerischen Weges.

Es folgten weitere Projekte, erste Kunden und zunehmend Fragen, die jede selbstständige Tätigkeit früher oder später mit sich bringt:

  • Was ist meine Arbeit eigentlich wert?
  • Wie gewinne ich Kunden?
  • Wie positioniere ich mich?
  • Wie entsteht aus einzelnen Aufträgen ein tragfähiges Unternehmen?
  • Und woran erkenne ich, ob ich auf dem richtigen Weg bin?

Studium

Nachdem ich mir über einen Umweg über die Handlesschule hart die Matura erarbeitet hatte, entschied ich mich für ein Studium der Wirtschaftsinformatik an der Universität Zürich. Diese Entscheidung war bewusst gewählt, weil ich meine praktische Erfahrung durch ein fundiertes Verständnis von Wirtschaft, Technologie und Organisation ergänzen wollte.

Nach fünf Jahren schloss ich mein Studium ab. Rückblickend war nicht primär das erworbene Fachwissen prägend. Wichtiger war eine andere Erkenntnis:

Je tiefer du in ein Thema einsteigst, desto deutlicher erkennst du, wie viel du noch nicht weisst.

Diese Haltung begleitet mich bis heute. Ich halte wenig von der Vorstellung, irgendwann „ausgelernt“ zu haben.

Wichtiger sind für mich:

  • Neugier statt vermeintlicher Gewissheit,
  • kontinuierliches Lernen statt Stillstand,
  • der Austausch mit Menschen, die andere Perspektiven mitbringen,
  • und die Bereitschaft, die eigene Meinung zu verändern, wenn neue Erkenntnisse dafür sprechen.
Matthias Gally about4

Unternehmertum

Bereits während meines Studiums finanzierte ich meinen Lebensunterhalt mit der Erstellung von Webseiten. Nach dem Abschluss war der Schritt in die vollständige Selbstständigkeit daher naheliegend.

Im Jahr 2009 gründete ich im Alter von 26 Jahren die Gally Websolutions GmbH.

Mit dem Aufbau eines Unternehmens änderten sich die Fragestellungen grundlegend. Plötzlich ging es nicht mehr nur darum, fachlich gute Arbeit zu leisten.

Es ging um:

  • Kundenakquise und Positionierung,
  • Preise und Wirtschaftlichkeit,
  • Prozesse und Strukturen,
  • Mitarbeiter und Führung,
  • Investitionen,
  • Wachstum,
  • und immer wieder um Entscheidungen unter Unsicherheit.

Gerade Letzteres halte ich heute für einen zentralen Bestandteil von Unternehmertum.

Unternehmerische Entscheidungen werden selten dann getroffen, wenn sämtliche Informationen vorliegen. Meist muss entschieden werden, obwohl ein Teil der Zukunft unbekannt bleibt.

Das klingt selbstverständlich. In der Realität ist es jedoch häufig genau diese Unsicherheit, die Menschen beschäftigt und hindert zu entscheiden.

Was nicht funktioniert hat

Im Laufe der Jahre habe ich vieles ausprobiert: unterschiedliche Marketingstrategien, Facebook Ads, die Entwicklung eines eigenen Content-Management-Systems, Weiterbildungen, Mentoringprogramme und verschiedene Ansätze der Unternehmensentwicklung.

Ich bin unter anderem Certified Online Marketing Professional und Certified KlickTipp Consultant.

Fachliche Weiterbildung war für mich immer wichtig. Dennoch kamen einige meiner wertvollsten Erkenntnisse nicht aus Kursen oder Zertifikaten.

Sie kamen aus:

  • falschen Annahmen,
  • teuren Entscheidungen,
  • Ideen, die in der Theorie besser funktionierten als in der Realität,
  • und Projekten, bei denen ich meine ursprüngliche Einschätzung korrigieren musste.

Mehr Einsatz macht eine falsche Richtung nicht automatisch richtig.

Manchmal besteht die schwierigste Aufgabe nicht darin, noch härter zu arbeiten. Manchmal musst du innehalten und die ursprüngliche Annahme hinterfragen.

Daraus entstand auch einer meiner wichtigsten unternehmerischen Grundsätze:

Gesund wachsen ist der Weg.

Eine teure Lektion

Ein besonders prägendes Kapitel war für mich die Übernahme der PixTec Informatik GmbH. Ich wollte verstehen, wie sich Unternehmertum in einem anderen Umfeld und auf einer anderen Entwicklungsstufe gestaltet.

Die Realität nach der Übernahme unterschied sich jedoch deutlich von meinen ursprünglichen Erwartungen. Das Unternehmen war kleiner und weniger stabil aufgestellt, als ich angenommen hatte, und die wirtschaftliche Entwicklung verlief nicht wie geplant.

Finanziell war diese Erfahrung schmerzhaft. Gleichzeitig zwang sie mich dazu, einige grundlegende Dinge neu zu lernen:

  • eigene Annahmen konsequenter zu überprüfen,
  • unangenehme Entscheidungen nicht unnötig aufzuschieben,
  • Verantwortung auch dann zu übernehmen, wenn die Realität anders aussieht als geplant,
  • und Rückschläge nicht mit der eigenen Identität zu verwechseln.

Diese Zeit hat meinen Blick auf Entscheidungen, Verantwortung und Risiko nachhaltig verändert. Heute treffe ich viele Entscheidungen mit mehr Ruhe, Weitsicht und Demut.

Ein Rückschlag sagt etwas über eine Situation aus. Er definiert jedoch nicht den Wert eines Menschen.

Diese Unterscheidung erscheint einfach. In schwierigen Situationen ist sie es häufig nicht. Es ist nie die Situation selbst sondern die Interpretation einer Gegebenheit, welche uns prägt.

Der Mensch dahinter

Mit zunehmender Erfahrung wurde mir bewusst, dass mich nicht nur Unternehmen und deren wirtschaftliche Entwicklung interessieren. Mindestens ebenso spannend finde ich die Menschen dahinter.

Menschen, die Verantwortung tragen. Menschen, die Entscheidungen treffen müssen. Menschen, die nach aussen souverän wirken und innerlich trotzdem zweifeln.

Fragen, die mich beschäftigen, sind beispielsweise:

  • Warum beginnt ein erfolgreicher Mensch plötzlich an sich selbst zu zweifeln?
  • Warum bleiben Menschen in Situationen, von denen sie längst wissen, dass sie ihnen nicht guttun?
  • Warum trauen wir anderen häufig Dinge zu, die wir uns selbst nicht zutrauen?
  • Warum machen wir aus einem Fehler so schnell ein Urteil über uns selbst?

Besonders interessant finde ich dabei die Sprache, die wir innerlich verwenden.

Es macht einen erheblichen Unterschied, ob jemand sagt:

„Etwas ist gescheitert.“

oder:

„Ich bin gescheitert.“

Der erste Satz beschreibt ein Ereignis. Der zweite macht daraus eine Identität.

Genau hier spielen Glaubenssätze eine wichtige Rolle. Manche davon begleiten uns seit der Kindheit, andere entstehen durch Erfahrungen, Erwartungen oder Enttäuschungen.

Sie müssen nicht grundsätzlich falsch sein. Aber sie sollten überprüfbar bleiben.

Eine Überzeugung, die uns früher geholfen hat, kann uns heute möglicherweise begrenzen.

Perspektiven verändern

Ich habe über die Jahre festgestellt, dass mir eine bestimmte Form der Arbeit besonders liegt: Menschen dabei zu unterstützen, ihre eigenen gedanklichen Strukturen sichtbar zu machen und neu zu betrachten.

Dabei geht es beispielsweise um:

  • Glaubenssätze, die nicht mehr hilfreich sind,
  • Entscheidungen, die immer wieder aufgeschoben werden,
  • Selbstzweifel, die stärker geworden sind als die Fakten,
  • Situationen, in denen der Blick für Handlungsmöglichkeiten verloren gegangen ist,
  • oder schlicht um das Bedürfnis nach einem Gegenüber, mit dem man offen denken kann.

Ich versuche dabei nicht, einem Menschen möglichst schnell meine Lösung zu präsentieren. Viel interessanter ist häufig die Frage, wie die Person selbst ihre Situation betrachtet und welche Annahmen hinter dieser Sichtweise stehen.

Häufig verändert eine einzige gute Frage mehr als zehn gut gemeinte Ratschläge.

Denn Ratschläge sind auch Schläge. Und Schläge verteilen, möchte ich nicht.

Keine Motivationssprüche

Motivation kann hilfreich sein. Gleichzeitig ist sie häufig kurzfristig. Eine veränderte Perspektive kann wesentlich nachhaltiger wirken.

Deshalb geht es mir nicht darum, Menschen mit einfachen Parolen davon zu überzeugen, dass „alles möglich“ sei. Dafür ist das Leben zu komplex. Ich möchte auch niemandem meine Antworten überstülpen.

Vielmehr geht es darum, wieder Zugang zu den eigenen Möglichkeiten zu bekommen:

  • Was weiss ich tatsächlich?
  • Was nehme ich lediglich an?
  • Wovor habe ich Angst?
  • Welche Geschichte erzähle ich mir über diese Situation?
  • Und welche andere Perspektive wäre ebenfalls denkbar?

Manchmal muss sich nicht zuerst die Situation verändern. Manchmal verändert sich zuerst der Blick darauf.

Und genau dadurch kann wieder Bewegung entstehen.

Unterstützend ehrlich

Diese beiden Begriffe beschreiben meine Haltung wahrscheinlich am treffendsten.

Unterstützend bedeutet für mich, einem Menschen mit Respekt, Vertrauen und echtem Interesse zu begegnen. Entwicklung wird leichter, wenn Menschen sich nicht permanent rechtfertigen oder verteidigen müssen.

Ehrlich bedeutet gleichzeitig, nicht einfach das zu sagen, was angenehm klingt. Unterstützung ohne Ehrlichkeit kann schnell dazu führen, bestehende Muster lediglich zu bestätigen.

Mein persönlicher Leitsatz lautet deshalb:

Unterstützend ehrlich anderen Menschen dabei helfen, persönlich und ökonomisch zu wachsen.

Manchmal geht es dabei um ein Unternehmen. Manchmal um eine schwierige Entscheidung. Manchmal um Selbstzweifel oder einen Glaubenssatz. Und manchmal braucht es einfach jemanden, mit dem man offen denken kann, ohne dabei eine Rolle spielen zu müssen.

Weiterlernen

Auch heute sehe ich mich nicht als jemanden, der für jede Situation eine fertige Antwort besitzt. Das wäre aus meiner Sicht weder realistisch noch hilfreich.

Was ich über die Jahre entwickelt habe, ist etwas anderes:

  • Situationen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten,
  • Zusammenhänge schnell zu erkennen,
  • kritische und gleichzeitig konstruktive Fragen zu stellen,
  • Menschen zu bestärken, ohne ihnen etwas vorzumachen,
  • und auch in schwierigen Situationen Ruhe und Stabilität hineinzubringen.

Ich lerne weiterhin von Unternehmern, Mentoren, Menschen mit völlig anderen Lebenswegen und nicht zuletzt aus meinen eigenen Erfahrungen und Fehlern.

Mein eigener Weg ist deshalb ebenso wenig abgeschlossen wie der eines Menschen, der mit mir spricht.

Wir müssen nicht auf alles sofort eine Antwort haben. Aber wir sollten bereit sein, unsere bisherigen Antworten immer wieder zu hinterfragen.

Lass uns reden

Wenn du gerade vor einer schwierigen Entscheidung stehst, dich gedanklich im Kreis bewegst oder das Gefühl hast, dass eine bestimmte Überzeugung dich stärker begrenzt, als sie sollte, dann kann ein Gespräch hilfreich sein.

Manchmal verändert sich nicht sofort die Situation. Aber der Blick darauf und damit häufig auch das, was als Nächstes möglich wird.

Matthias Gally about3

Lass uns kennenlernen.